Call of Duty: Infinite Warfare / Battlefield 1


(Daniel) #21

Interview mit “DICE’s Lars Gustavsson and Danny Berlin about the game’s origins, setting, and storytelling potential”:

We realized this when we created Battlefield 1942. We got input from players all around the world, saying it was insensitive. Very quickly in this project, we realized that it’s not worth stepping on people’s memories for building a game. […] We’re trying so hard to treat it respectfully. We want to depict the era, but with the purpose of building fun gameplay with variation. In the end, it’s entertainment, we’re not trying to make a statement.


(Dom) #22

“In the end, it’s entertainment, we’re not trying to make a statement.” Das ist so fatal. Zuletzt in leicht abgewandelter Form auch bei Division gehört.


#23

Kommentar von Jörg Luibl, 4Players:
http://www.4players.de/4players.php/kommentar/Spielkultur/1077/index.html

(…) Was ich auf keinen Fall erwarte: irgendeine historische Verantwortung oder gar reflektierte Herangehensweise angesichts des “ernsten” Themas. (…)


(Daniel) #24

In den letzten Monaten waren gefühlt ja alle irgendwie okay mit Battlefield 1… zumindest die Marketingabteilung ist aber immernoch extrem unsensibel und vergleicht die Spielerzahlen mit Armeestärken aus dem ersten Weltkrieg.


(Benjamin Jessat) #25

Hab gerade in diesem Moment das Bild auf Twitter gesehen, und kam deswegen hier her…Da möchte man sich doch echt bis zum Ellbogen tief an den Kopf packen :weary:


(Daniel) #26

Bei Call of Duty versucht Kit Harrington mal wieder richtig ernst zu gucken.


(Daniel) #27

Peak Call of Duty?


#28

#29

(Hamid al-aSak) #30

Nachdem ich bisher rund 12 Stunden in das Spiel investiert habe, würde ich diesem Text vollumfänglich zustimmen. Und ein kleines Addendum: Während das Marketing ziemlich daneben ist, ist Battlefield 1, mehr im Multiplayer denn im Singleplayer, nah an dem, was man als “Anti-Krieg”-Genre bezeichnen kann. Weniger durch Sachen wie Waffenrealismus oder Reward-System, aber… Beispielszene, Multiplayer. Es stürmen 32 Leute auf eine Bunkerstellung. Weil die Frontlinie nicht so ganz klar verläuft, weiß man nicht, woher der Beschuss kommt. Man sucht eine Deckung. Man wird getroffen. Bevor man’s erneut versuchen kann, zeigt die virtuelle Kamera den eigenen Körper im Matsch liegend, Gesicht nach unten. Was, zumindest bei mir, ziemlichen Eindruck gemacht hat.


(Benjamin Jessat) #31

Ich habe Battlefield 1 seit Release und habe seitdem exakt 0 Runden im Multiplayer zuende bringen können! Liegt, neben der äußerst schlimmen Hardware-Performance, vor allem an Geschehnissen wie von dir beschrieben.
Das haut wirklich rein (und zwar von der negativen Art)…


#32

Kann ein Spiel Grenzen überschreiten? Klar, zum Glück. Es ist ein Spiel, wieso sollte das anders sein als beim Film. Es ist ja keine Doku über den 1. Weltkrieg mit Wahrheitsanspruch. Wie langweilig wäre Inglorious Basterds. Gab’s die Debatte nicht schon mal Anfang der 00er Jahre? Oder habe ich hier etwas missverstanden?

e: Muss grad nochmal ergänzen, dass ich so naiv frage, weil ich es gerade wirklich nicht besser weiß. Habe 40 Stunden Multiplayer gezockt, einen riesen Spaß gehabt und respektiere oder würdige deshalb nicht weniger Gefallene und Angehörige, finde Krieg auch richtig kacke. Für mich ist es ein Spiel, vielleicht ähnlich wie wenn ich einen Actionfilm gucke. Will gerade nur gerne die Empörung verstehen, vielleicht denke ich dann ja auch anders.


#33

(Hamid al-aSak) #34

Sind schon ziemlich beeindruckende Fotos Screenshots dabei.


(Daniel) #35

So durchsichtig das Weltkriegs-Setting für das neue Call of Duty auch ist, funktioniert hat es offenbar trotzdem. Tja…

Activision Blizzard boss Bobby Kotick said that the “negative social media sentiment, which was an issue last year, has virtually evaporated”.


Ansonsten interessant: @R3nDom hat auf seinem Blog über die Darstellung des 2. Weltkriegs in Spielen geschrieben:

Call of Duty: WW2 hat 13 Jahre später nun den Anspruch, genau das zu ändern. Von Respekt und Realismus als Leitgedanken während der Entwicklungsarbeit ist die Rede, die Geschichte soll sich um den einfachen Infanteristen drehen, nicht die Heldentaten eines Kriegsheroen. Die Perspektive eines Wehrmacht-Soldaten dürfen wir trotzdem nicht einnehmen, weiterhin wird die Geschichte der Sieger erzählt, die von einem jungen, weißen Texaner moderiert wird, der immerhin für kurze Abschnitte den Federkiel an eine Kämpferin der Resistance abgibt, aber nur am Rande vom überbordenden Rasssismus innerhalb der US-Armee erfährt und im Multiplayer auf Nazi-Zombies schießt.

In einer Facebook-Gruppe entstand daraufhin eine Diskussion über die Wortwahl der “Sieger”-Perspektive und wirft damit nebenbei eine ganz interessante Frage auf, ob Mainstream-Videospiele mit ihrem Gewinnen-oder-verlieren-Mechanik überhaupt zu der nötigen Komplexität in der Lage sind.


#36

(Daniel) #37

Call of Duty ist wieder da und wieder wie früher oder so. Geholfen hat es scheinbar nichts.