Indie-Devs, die auf dem rechten Auge blind sind


(Z.) #41

Boah die Kommentare unter dem Tweet*. :-1: :weary: :thumbsdown:

Edit: * zur Klarstellung: ich meine die Kommentare, zu dem Tweet von Tim Soret, in denen er ermutigt wird, sich nicht zu entschuldigen.


(Daniel) #42

14 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Spieleboykott = Faschismus?


#43

#44

Puh. Nachdem dieser kleine Exkurs verschoben wurde, gehe ich mal zurück zum Ausgangspunkt: Schade, die Ästhetik von “The Last Night” hat mich wohl von allen Enthüllungen der Microsoft-PK am meisten abgeholt. Ich finde auch, dass Menschen eine zweite Chance verdient haben, aber die Replies auf den Tweet sprechen Bände und holen schon ziemlich blöde Aussagen hervor. Da reicht es einfach nicht, ein paar Tweets loszulassen. So ein “I completely stand for equality & inclusiveness” ist schnell geschrieben und noch immer offen für ein dickes “but”.
Gleichzeitig ruft der Diskurs jetzt, wie auch schon angemerkt, einige Experten auf den Plan, die Tim Soret in Schutz nehmen und damit dessen ‘alte’ Ansichten unterstützen, um gegen den Feminismus und “SJWs” vorzugehen. Wenn man die persönlichen Veränderungen wirklich ernst meint, wäre dann vielleicht auch eine Distanzierung nötig.

Wie schon gesagt, weiter beobachten, meine Vorfreude ist verflogen.


(Daniel) #45

Das sehe ich ganz ähnlich. Ohne jetzt “guilty by association” zu spielen, wenn sich seine Perspektive auf das was GamerGate ist/war wirklich verändert hat, wäre hier ein 100% unmissverständliches Statement nötig. So wie es jetzt mit dieser unverbindlichen middle-of-the-road-Entschuldigung ist, gibt er den Typen immernoch genug Raum, sein Spiel und die Kritik daran für ihre Zwecke zu missbrauchen. SJW’s regen sich immer über alles auf und sind für Zensur!!!11

Das andere wo mir “The Last Night” jetzt schon etwas Bauchschmerzen macht ist die Synopse auf Steam - die klingt nicht nur für ein betont politisches Scifi-Spiel schmerzhaft flach und bereits in seiner Prämisse inhaltlich falsch, sondern eben auch wie “Alt-Right, The Video Game”… eine Dystopie, in der vage Linke Ideen gewonnen haben und sich ein “everyday Joe Charlie” behaupten muss.

Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen aller finanziellen Sorgen enthoben, befinden sich die Menschen auf der Suche nach Identität und einem Lebenssinn: Sie definieren sich nicht mehr länger über ihre Kreationen, sondern ihren Konsum.

Vielleicht, und deshalb ist das Üben von Kritik ja so wichtig, zeigt es Soret aber auch auf, dass der den Weg zur Selbstreflexion weiter als ein paar Tweets gehen muss.


(Eric) #46

Für mich am frustrierendsten ist nicht so wirklich, dass der Typ möglicherweise (sehr wahrscheinlich) ein paar ungute Ansichten hat und sich in Vergangenheit immer mal wieder wie eine offene Hose benommen hat.

Mich ärgert es vielmehr, dass solche Leute trotzdem immer wieder von Publishern unter Vertrag genommen werden, die sich öffentlich immer gerne einen alternativen Anstrich geben, aber (wie man hier auch sehen kann), wenn es darauf ankommt eher wenig zu bieten haben.
Du kannst auf Seiten von RawFury (und auch Devolver) noch so sehr sagen, dass du für Offenheit bist. Wenn dein Portfolio diese Offenheit nicht auch ausdrückt, ist das eigentlich alles ziemlich wertlos.

An dieser Stelle würde ich mir (vor allem vonseiten der Presse) mal ein bisschen mehr Bissigkeit wünschen.


(Axel) #47

Duhh…why can’t we have nice things?


(Constantin) #48

Öh, ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich würde ja bei einem Grundeinkommen viel weniger nach Konsum schauen, sondern viel mehr Zeit für meinen Lebenssinn haben und dann auch mehr nach meinen Kreationen. Oder hab ich das [Zitat|Thema] falsch verstanden?


(Daniel) #49

Ne, das ist die Beschreibung von “The Last Night” :wink: Sehe das genau so wie du, es ist eine merkwürdig verkehrte Interpretation, vor allem da Sinn über Konsum ja eher etwas ist, das im aktuellen Kapitalismus schon stattfindet.


(Kevin) #50

Ich denke, es ist leider ein komischer Satzbau.
Ich lese es so, dass sie wegen den fehlenden finanziellen Sorgen, sich nur noch über den Konsum definiert haben und nicht mehr über ihre Kreativität. Daraus entsteht die Suche nach neuer Identität und Lebenssinn.

Also ohne Geldnöte kann sich jeder alles kaufen und muss sich keine Gedanken mehr machen, die Waren verlieren an (persönlichen Wert) und die Menschen konsumieren nur noch bzw. entwickeln ihren Charakter über ihr Konsumverhalten.
Z.B. wie Leute, die nur Bio einkaufen oder Personen, die nur bestimmte Marken kaufen und sich darüber definieren.
Halt Apple oder Samsung. Oder Xbox und Playstation. Das Produkt an sich ist nicht das wichtige, sondern welche Marke, welche Farbe usw. gekauft wird, bestimmt die Person.
Es gibt keine Künstler mehr oder Musiker, niemand mehr, der selbst strickt, schlicht keine Kreativität mehr.
Es wird einfach gekauft und den anderen gezeigt, wie toll doch das neu gekaufte ist.
Bis es der Konsum irgendwann vereinzelten Menschen nicht mehr genügt und das System hinterfragt wird.

Und was genau hat es sich nun mit diesem Tim Soret auf sich?
Er hatte vor Jahren was mit GamerGate am Stecken, das habe ich mitbekommen.
Aber ich weiß nicht so recht, ob ich seine letzten Tweets richtig verstehe, weil meine Übersetzungskünste nun nicht die besten sind.
Welche Kommentare oder was genau hat diese Diskussion angezettelt?


(Daniel) #51

(Henrik) #52

Er möchte bestimmt nur wissen wo er sein Koks kauft.


(Daniel) #53

(Daniel) #54

5 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: PewDiePie vs. Campo Santo


(Daniel) #55

Bei Destiny im Team waren ein paar Leute auf dem rechten Auge blind: Zum einen der Typ, der neue Designs absegnet (wahrscheinlich aus Unwissen) und zum anderen jemand, der Designs erstellt (vermutlich bewusst).


(Z.) #56

Mir war das Symbol unbekannt. Habe aber das Gefühl, dem Designer nicht.


#57

Habe auch den Eindruck, dass bei Bungie einfach niemand (zumindest niemand der Verantwortlichen) das Symbol bekannt war, schlicht weil es so obskur ist. Im wöchentlichen Blogposting haben sie dazu Stellung genommen (unter “Too Close For Comfort”):

How did it happen?
The design in question was initially created as part of gear foundry explorations in June of 2015. Graphic designers routinely reference real world art, iconography, typeface, and other design elements to inform the choices they make. In this case, some of the reference imagery featured the simple mirrored chevron shapes found in the finished piece. Some graphic design that belongs to sports teams provided some inspiration as well, along with some primitive shapes and chevrons that were used to permeate our Guardian class iconography.

How did we miss this content in development?
Although the design wasn’t emulative of the meme in question, the armor piece was eventually flagged by another team responsible for reviewing content for cultural, geographical, and other sensitive issues. Unfortunately, that review was conducted to explore whether or not we were comfortable with the connection to the original, innocuous “kek” internet meme. The more contemporary, vile derivation that has been repurposed by hate groups was not surfaced through this process, and therefore, the armor was approved for ship.

Es spricht viel für die Firma, dass sie das enstprechende Symbol so schnell aus dem Spiel entfernt haben und ausführlich erklären wie es dazu kommen konnte.


(Daniel) #58

Slightly related (und als Erklärung, warum viele so kritisch auf das Logo reagiert haben): eine gute Erklärung, wie Faschisten/Rassisten/Nazis in Codesymbolen und Dogwhistles kommunzieren.


(Pascal) #59

Muss zugeben, dass ich das Symbol bis zu dieser Diskussion auch nicht kannte. Für mich wirkte das Design zuvor wie das Sponsordesign irgendeines Athleten. Vielleicht erging es dem Absegner da ähnlich.


(Daniel) #60

It might be have been easy to miss, especially if you were familiar with the meme’s earlier meaning, that its meaning had changed, or that there was now a Nazi-inspired flag built around a “kek” logo. In 2015, it would have been an easy mistake to make. In the last year, though, it gets harder to credit.

Which is not to say it couldn’t been a mistake, but it’s a less excusable one. Games have had a problem with right-wing radicalization for years, and part of operating a major franchise in this space is being up to speed with hate speech, the people wielding it, and who their targets are.

via Waypoint