Lost Levels | Die A MAZE zum Nachspielen


(Lost Levels) #1

Ende April öffnete die A MAZE 2018 ihre Türen, um die Kreativität und Vielfalt der Indie-Spielszene zu feiern. Wer nicht die Chance hatte, sich dort persönlich durch die Ausstellung zu spielen, kann zum Glück etliche der ausgestellten Titel auch zuhause herunterladen, viele davon sogar kostenlos. Hier sind fünf Empfehlungen in einem Mini-Best-Of. Die gesamte Auswahl der gezeigten Spiele gibt es hier.

The Norwood Suite

Das Adventure The Norwood Suite ist schon vor einer Weile erschienen, war für mich aber dennoch eine der Entdeckungen des Festivals. Als Gast in einem Hotel voller gestrandeter Existenzen werden wir in das Rätsel um dessen Gründer verwickelt, der unter mysteriösen Umständen verschwand. Erkunden und Entdecken hat mir lange nicht mehr so viel Spaß gemacht wie hier, denn das Hotel ist ein surrealistischer Traum voller Absurditäten und Mysterien. Das Spiel wurde auf dem Festival zurecht mit dem Long Feature Award ausgezeichnet und ist eine außergewöhnliche Spielerfahrung, die zudem großartig klingt.

Make It Rain

Neben den Nominierten für die A MAZE Awards wurden in diesem Jahr in der Art Games Selection Spiele aus acht Art Game-Jams präsentiert, die das Goethe Institut parallel in Mexico City, Seoul, Boston, Jakarta, São Paulo, Nowosibirsk, Athen und Bangkok veranstaltete. Eines der Ergebnisse ist Make it Rain. Das kurze thailändische Spiel thematisiert mit hübscher Pixel Art und schwarzem Humor das Thema Korruption.

Choo-Choose

Auch Choo-Choose entstand im Rahmen des Art Game Jams. Das russische Spiel greift das Trolley-Problem auf und stellt uns vor unmögliche Entscheidungen: Opfere ich Hund oder Katze? Baby oder schwangere Frau? Den schwarzen Mann oder die weiße Frau? Mit seiner Mischung aus bunter Cartoon-Grafik und blutigen Entscheidungen macht Choo-Choose das Gedankenexperiment auf so komische wie drastische Weise erfahrbar.

The Zium Museum

Wie jede Art von Festival birgt auch die A MAZE das Risiko, einen irgendwann zu überfordern: Die Mischung aus vielen Menschen und einer Unmenge an optischen und akustischen Reizen machte sich bei mir spätestens nach ein paar Stunden bemerkbar (in den Dream Room habe ich es leider nicht geschafft). Umso dankbarer war ich für The Zium Museum, das mich den Trubel für ein paar Minuten vergessen ließ. Die virtuelle Galerie, die so heißt, weil sie sich als eine Art 3D-Zine versteht, zeigt Exponate vieler verschiedener Künstlerinnen und Künstler, darunter bekannte Namen wie Pippin Barr und Cosmo D. Die Bandbreite reicht von digitalen Gemälden über 3D-Objekte bis hin zu interaktiven Installationen. Ausgestellt sind sie in luftigen, weißen Räumen auf mehreren Etagen. Sie zu durchstreifen ist inspirierend und entspannend zugleich – ein Museumsbesuch eben.

Don't Make Love

Auch das exzellente Gottesanbeterinnen-Dating-Adventure Don't Make Love war für einen A MAZE Award nominiert. Der gute Florian hat das Spiel hier bereits ausführlich vorgestellt, mir bleibt nur die Bekräftigung: unbedingt spielen!

Auch toll: Walden, Homo Machina, Like Roots in the Soil (das ebenfalls schon bei uns besprochen wurde), circled.


Dies ist ein Begleitthema zum ursprünglichen Beitrag unter https://lostlevels.de/blog/a-maze-zum-nachspielen