War Wolfenstein II wirklich gut?


(Daniel) #1

Ich glaub es gibt nach wie vor viel an Wolfenstein zu kritisieren (positiv wie negativ), aber das letztendliche Fazit dieses Artikels geht dann doch daneben. Das Argument hätte vielleicht im Release-News-Hype besser funktioniert, aber mit den mauen Verkaufszahlen untergräbt sich das selbst.

Da trifft der Tweet eher 'nen Punkt (und der “terrible shooter” part lässt mich nochmal dankbar dafür sein, dass ich keinen “richtigen” Review schreiben musste, hrrhrr.)


(Marcus Dittmar) #2

Warum sollte denn der überschaubare Erfolg das Argument untergraben, wenn das Argument einzig auf die vermeintliche Intention abzielt? Von Destinys berüchtigtem Zehnjahresplan redet ja auch keiner mehr, das heißt aber nicht, dass es ihn nicht gegeben hat.

Und gerade das Marketing rund um Wolfenstein wirkte auf mich schon extrem anbiedernd an eine politische Gegenkultur, bei der man vielleicht einfach mehr Umsatzpotenzial vermutete als letztendlich vorhanden war. Ich finde den Artikel insgesamt durchaus schlüssig und er zeigt auch ganz nachvollziehbar den inhaltlichen Widerspruch auf, wie Gut und Böse in dem Spiel dargestellt werden.

Insgesamt haben sich am Ende vielleicht zu viele Artikel zu Wolfenstein auf die Nazithematik versteift und dabei die narrativen Widersprüche und die offenkundigen Defizite seiner Helden übersehen wollen. Zumindest dahingehend war das Marketing also ein Erfolg.


(Daniel) #3

“Wollen” finde ich etwas arg überspitzt. Die größten Defizite sehe ich bei Teilen des Gameplays, das Leveldesign wirkte stellenweise etwas rehetzt, aber darüber hat man imo tatsächlich hinwegsehen können. Und in den deutschen Reviews fanden ja viele den Shooer-Teil wirklich gut, ohne die Politik überhaupt zu erwähnen.

Bethesda hat ganz sicher die aktuelle politische Stimmung aufgegriffen, dass das ganze Spiel von Anfag an so ausgelegt war finde ich wiederum etwas konstruiert; das sah ich im Spiel einfach nicht.

In Deutschland war der Diskurs wirklich etwas oberflächlich, erst durch das Ignorieren der Spiel-Politik, danach durch den (ja durchau auch berechtigten) Fokus auf die Zensur-Debatte. International habe ich da aber schon vielschichtigere Takes gesehen.

Das Argument hat in dem Kontext dass das Spiel bereits als Flop abgetan wird halt einfach weniger Gewicht bzw. wirkt jetzt etwas irrelevant, wenn es scheinbar nicht funktioniert hat und damit stellt sich schon eine deutlich interessantere Frage aus der These: Warum hat es nicht funktioniert?